Kino / Cinderella

Real-Verfilmung des Disney- und Märchenklassikers. Als ihr Vater stirbt, bricht für Ella (Lily James) eine Welt zusammen. Doch es kommt noch schlimmer, denn ihre Stiefmutter (Cate Blanchett) und zwei Stiefschwestern behandeln sie von da an als Haushaltshilfe. Auf einem Ritt durch den Wald lernt sie einen jungen Mann (Richard Madden) kennen – ahnungslos davon, dass es sich um den Prinz handelt. Der ist von ihr hingerissen. Zu einem Ball, auf dem er eigentlich seine zukünftige Braut wählen soll, lädt er um sie wiederzusehen alle jungen Mädchen des Reiches ein.

Die Geschichte von Cinderella (und Aschenputtel)  ist bekannt und beliebt: Ein Mädchen, dass trotz aller Schicksalsschläge mutig und sanft bleibt und schlussendlich ihren Traummann findet und heiratet.

Im Gegensatz zu anderen Märchen, spielt Magie hier eine rein positive Rolle: Die gute Fee zaubert Cinderella nicht nur ein wunderschönes Kleid und eine Kutsche plus Begleitung, sondern auch unheimlich bequeme Glasschuhe. Und wer schon einmal den ganzen Abend getanzt hat, weiß, dass das wahrscheinlich das beste Geschenk war. Helena Bonham Carter spielt eine etwas dusslige Fee mit gutem Sinn für Mode und einem strahlend-weißen Überbiss, der mich die ganze Zeit an Stefan Raab erinnerte.

Und um beim Thema zu bleiben, widme ich mich noch kurz den Hauptfiguren. War Cinderella schon im Disney Film das perfekte Mädchen von Nebenan, ist Lily James hier so voller Güte und Milde, dass ich die Abneigung ihrer Stief-Familie fast nachvollziehen kann. Und das einzig herausragende an Richard Maddens Performance als Prince Charming ist wohl der Inhalt seiner engen, hellen Stoffhosen, die nicht ganz Disney-konform waren.

Disney fügt seinem Animationsfilm aus dem Jahr 1956 nichts Neues hinzu, sondern präsentiert seine Geschichte noch opulenter und farbenprächtiger als es ihnen damals möglich war. Was mich etwas gestört hat, ist, dass der Film beständig auf der familienfreundlichen Seite der Märchenskala bleibt. Die Bösen sind zwar gemein, aber nicht allzu grausam und die Heldin ist so überaus versöhnlich, dass selbst die Bösen am Ende noch gut davonkommen. In dem Märchenbuch meiner Kindheit schnitten sich die Stiefschwestern noch Teile ihrer Füße ab um in den Schuh zu passen.


Ein schön anzuschauender Film, der mit einer ordentlichen Portion Zuckerguss und Harmonie übergossen wurde um ihn familientauglich und typisch Disney zu machen. Für meinen Geschmack etwas zu nett und herzallerliebst. Da sehe ich mir lieber die alten Animationsfilme an oder lese am Besten die Märchen selbst, wo Böse wenigstens noch richtig bestraft werden und auch sonst der FSK noch nicht dran herumgewerkelt hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s