Rezension / David Lagercrantz – Verschwörung*

Seiten: 601 / Verlag: Heyne / Hier Kaufen

Nach dem dramatischen Kampf gegen ihren Vater hat sich Lisbeth Salander auch von Mikael Blomkvist zurückgezogen. Doch der hat auch andere Probleme: Millenium schreibt rote Zahlen. Als ihn ein gefeierter Informatiker, Frans Balder, kontaktiert, hofft er deswegen auf eine gute Story. Doch bei seinem Eintreffen ist der Wissenschaftler tot und sein autistischer Sohn in Gefahr.

Die Triologie um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist konnte Millionen von Leuten begeistern. Jetzt wagt sich der Autor David Lagercrantz daran, das Erbe von Stieg Larsson anzutreten und die Krimis weiterzuführen. Dabei bleibt er mit seiner Geschichte recht nah an dem Erzählstil seines Vorgängers um einen weichen Übergang für den Leser zu schaffen.

Lisbeth und Mikael haben keinerlei Kontakt seit dem Tod ihres Vaters und auch im Krimi treten die beiden kaum zusammen die Bildfläche. Salander ist wie immer eine Einzelkämpferin, die Mikael lediglich Hinweise zukommen lässt. Die Abwesenheit ihrer Figur ist eines der großen Merkmale von Lagercrantz‘ Geschichte und leider auch ein großer Kritikpunkt. Diese unerschrockene und außergewöhnliche Frauenfigur außen vor zu lassen und sich auf Mikael und die anderen Männercharaktere zu konzentrieren, raubt dem Roman die spezielle Atmosphäre der Vorgänger.

Die Geschichte ist wieder ein Spinnnnetz aus unterschiedlichsten Personen, die alle ihre eigenen Ziele verfolgen; eine spanndende Hetzjagd geprägt von Brutalität und der Bessenheit der beiden Hauptpersonen, den autistischen Jungen zu beschützen und die Hintermänner des Mordes an Frans Balder ins Licht zu zerren.

NSA, Künstliche Intelligenz und eine neue Art von Mafia – die zwar auch noch mit Menschen, aber auch sehr viel mit Wissen um Technologie handelt – das sind die großen Themen. Ein neuer „Gegenspieler“ taucht auf, der Lisbeth und Mikael aus geschäftlichen, aber auch aus zutiefst persönlichen Gründen aus dem Weg geschafft sehen möchte.


David Lagercrantz hat mit Verschwörung ein großes Erbe angetreten und kann, wenn auch nicht hunderprozentig, überzeugen. Der Krimi ist wieder eine spannede Mordaufklärung, geprägt von zahlreichen Charakteren und den beiden beliebten Hauptfiguren. Lagercrantz hat einen neuen Gegner geschaffen, der dem Hass Alexander Salachenkos auf Lisbeth in nichts nachsteht und damit eine interessante Grundlage für weitere Bände geschaffen. Sollte der Autor Lisbeth im nächsten Band mehr Auftritte zugestehen, kann man sich auf einen weiteren spannenden Krimi freuen.

 *Danke an die Randomhouse Verlagsgruppe, die mir ein Rezensionsexemplar zur Vefügung gestellt hat.

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