Filmkritik / The Bling Ring

Minuten: 87 Minuten / Jahr: 2013 / Hier Kaufen

Tagsüber schwänzen sie die Schule und hängen lieber am Strand ab, die Nächte durchtanzen sie in LAs angesagten Clubs, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Bis die Teenagerclique um Anführerin Rebecca und Kumpel Mark den ultimativen Thrill entdeckt: Einbruch in vorübergehend leerstehende Häuser der Hollywoodstars. Es beginnt eine ausgelassene „Shopping“-Tour durch die Luxusvillen von Beverly Hills, zu der sich auch Nicki, ihre Schwester Sam und Freundin Cleo mitreißen lassen. Die Eltern – ahnungslos. Die Freunde – voller Bewunderung. Die Polizei – abgehängt. Doch schafft es die Clique, rechtzeitig wieder auszusteigen? Oder endet die Party schon mit dem nächsten Einbruch?

Sofia Coppola hat sich für ihren Film eine der medienwirksamsten Diebesbanden zur Inspiration gesucht. Zwischen Oktober 2008 und August 2009 brach eine Gruppe von Teenagern in diverse Häuser von Berühmheiten in der Gegend um Los Angeles ein und erbeuteten Waren und Geld im geschätzten Wert von 3 Millionen Dollar. Ein besonders beliebtes Ziel war dabei Paris Hilton, aber auch Orlando Bloom, Rachel Bilson und Lindsay Lohan wurden um Schmuck, Bargeld und Klamotten erleichtert. Berühmt wurden die Einbrecher durch den Artikel „The Suspects wore Louboutins“ von Nancy Jo Sales in der Vanity Fair und der darauffolgenden Reportage „The Bling Ring: How a Gang of Fame-Obsessed Teens Ripped Off Hollywood and Shocked the World“.

Die Faszination für Stars und Sternchen bestimmt unseren Alltag; egal ob Fernsehen, Zeitungen oder Radio. Überall starren uns ihre Gesichter und der neuste Tratsch und Klatsch um ihre Modesünden und neusten Liebeleien entgegen. The Bling Ring zeigt, welche übertriebenen Ausmaße unsere Beschäftigung für das Leben anderer annehmen kann. Egal ob Rebecca, die Anführerin der Gruppe die eine Obsession für Paris Hilton hegt, oder Nicki, die sich selbst entweder auf Modellaufstegen oder vor Filmkameras sieht: Ein normales Leben bedeutet für sie Langeweile, der einzige Kick besteht darin, sich wie Stars zu fühlen.

Besonders Emma Watson, die mit ihrer Abkehr vom Steberinnen-Image der Hermine aus Harry Potter hier vollkommen bricht, aber auch die anderen jungen Schauspieler wie American Horror Storys Taissa Farmiga schaffen es, die Ironie dieser Faszination zu zeigen. Die Oberflächlichkeit der Freundschaften, genauso wie die schon fast absurd langweilige Routine der Einbrüche und Partynächte. Man ist gewillt, eher mit den verblendeten Jugendlichen Mitleid zu haben, als mit den Berühmtheiten, die in der Hoffnung im Gespräch zu bleiben, ihr Leben in der Öffentlichkeit überall preisgeben.


Wie schon in Mario Antoinette beschäftigt sich Coppola in ihrem Film The Bling Ring mit den oberflächlichen Wünschen nach hübschen Dingen und dem schönen Schein, der einen alle moralischen Bedenken vergessen lässt. Perfekt untermalt durch laute, schnelle HipHop und Electro Sounds begleitet man die Streifzüge und Parties des verwöhnten Jugendlichen. Ein ironischer Blick auf unsere Obsession mit den Reichen und Schönen.

Grafik: Christina Koorman
Grafik: Christina Koorman
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