Rezension / This Side of Paradise von F. Scott Fitzgerald

Fitzgerald.Paradise(edit)
Seiten: 268 / Verlag: Penguin Classics / Hier Kaufen Deutsch Englisch

Rückentext:

Amory Blaine ist begabt und privilegiert. Von der Mutter hat er die Überzeugung, zu Höherem geboren zu sein. Er studiert in Princeton und nach etlichen Flirts begegnet er Rosalind, seiner ersten großen Liebe. Als sie ihn für einen anderen verläßt, zerschellen Amorys jugendliche Ideale. Was bleibt, ist der Alkohol – aber trotz aller Trauer und Enttäuschung auch die Erkenntnis, dass das Leben, so pathetisch und lächerlich es oft scheint, doch lebenswert ist: nicht jenseits, sondern diesseits vom Paradies.

This Side of Paradise (dt. Diesseits vom Paradies) ist F. Scott Fitzgerald erster Roman und er machte ihn weltberühmt. Inspiriert von seiner eigenen Biografie, beschreibt er das Erwachsenwerden des Hauptcharakters Amory Blaine und dessen Suche nach Ruhm.

Amory Blaine stammt aus einer wohlhabenden Familie und war während seiner Schulzeit einer der tonangebenden Jungen in seiner Schule. Auf dem College muss er, neben Söhnen der richtig Reichen und Intellektuellen, erst wieder eine Position für sich finden.

Amory was far from contended. He missed the place he had won at St. Regi’s, the being known and admired, yet Princeton stimulated him, and there were many things ahead calculated to arouse the Maciavelli latent in him, could he but insert a wedge.

Der Titel des Romans stammt aus dem Gedicht Tiare Tahiti des britischen Poeten Robert Brooke, der im 1. Weltkrieg fiel. Nicht nur Brookes Gedicht ist vertreten; auch der Rest des Romans ist gespickt mit Leselisten und Randbemerkungen zu vielen literarischen Werken.

This Side of Paradise lässt den Leser nicht nur einen intelektuellen, sondern auch einen sehr privaten Blick in Fitzgeralds Leben werfen. Der Autor hat sein Debüt aus einer Vielzahl unterschiedlicher Texte und teilweise eigenen Briefen und Tagebucheinträgen zusammengestellt, was dem Ganzen einen unfertigen, aber authentischen Anstrich gibt.

Das ist nicht nur dadurch bedingt, dass Fitzgerald gerade erst mit dem Schreiben richtig anfing, sondern auch, dass er mit der Veröffentlichung des Romans eine ganz bestimmte Person beeindrucken wollte: Zelda Sayre, mit der er später zusammen eines der berühmtesten Glamourpaare der 20er Jahre bilden sollte. So ist es kein Wunder, dass die Frauenfigur Rosalind im Roman seiner späteren Frau ähnelt.

As he put in his studs he realized that that he was enjoying life as he would probably never enjoy it again. Everything was hallowed by the haze of his own youth.

Fitzgerald behandelt in seinem Roman die typischen Probleme der Jugend: Die Suche nach dem eigenen, ruhmreichen Platz in der Welt, der Sinn des Lebens; behandelt aber auch den Erwartungsdruck der amerikanischen Gesellschaft. Amory, enttäuscht vom College-Leben, sucht  Erfüllung in der Arbeit oder der Liebe, aber bleibt ständig unzufrieden und ruhelos.


Diesseits vom Paradies ist Fitzgeralds erster Roman, was man dem Text auch immer wieder anmerkt. Anders als Der Große Gatsby, ist es kein ausgearbeiteter Roman, sondern eine Ansammlung von Textfragmenten, persönlichen Briefen und Erlebnissen des Autors, die angepasst wurden.  Trotzdem ist es ein Bildungsroman, der perfekt die unstete Position der amerikanischen Jugend am Anfang des 20. Jahrhunderts abbildet. Auch wenn Amory Blaine als aufgeblasene, von sich selbst überzeugte Hauptfigur kaum Sympathien sammeln kann.

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