Rezension / 28 Jahre Danach von Skara Daniell

Seiten: 312 / Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform / Hier Kaufen

Inhalt:

Deutschland, 28 Jahre nach einer verheerenden Krankheit die fast die gesamte Bevölkerung ausgelöscht hat. Zusammen mit ihrem Bruder Alexander schlägt sich Franziska nach dem Tod ihrer Eltern durchs Leben. Doch dann treffen sie auf weitere Überlebende und die beiden müssen sich entscheiden: Vertrauen sie diesen Fremden oder bleiben sie weiter allein?

Ein dystopischer Roman der in Deutschland spielt und eine Hauptfigur, die den gleichen Namen wie ich hat? Da hab ich natürlich sofort zugesagt, als mir dieser Roman als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Außerdem interessierte mich auch, wie Romane sind, die ohne die Hilfe eines Verlages publiziert werden.

Die Storyline folgt dem typischen Schema F: Krankheit, die die halbe Menschheit auslöscht und der Rest bekriegt sich, damit eine Gruppe die Vorherrschaft erhält. Die beiden Hauptfiguren haben davn allerdings keine Ahnung. Am Anfang des Chaos entflohen ihre Eltern mit ihnen in die „Wälder“ Mitteldeutschlands. Als sie wieder in die Dörfer und Städte zurückkommen, halten sie sich so weit von anderen Menschen fern wie möglich. Nachdem ihre Eltern gestorben sind, werden allerdings auch die beiden Teenager nachdenklich: Wird irgendwann einer von ihnen allein sterben?

Wenn ich an meine Kindheit zurückdachte (die noch nicht so lange her war, wie dieser Satz andeuten mochte), dann sah ich stets ein unbekümmerstes, ruhiges Mädchen vor mir, das in den Tag hinein lebte und sich wenig scherte um das, was in der Welt vor sich ging. Es hatte eine Mutter, einen Vater, einen Bruder. Und das war genug. Vielleicht hätte ich dieses kleine Glück für die Zeit, die später darauf folgte, konservieren sollen, um in einer Winternacht wie dieser davon zu zehren.

Da treffen sie auf andere Menschen, die sie mit in ihr selbst errichtetes Dorf nehmen. Dort erfahren sie auch endlich von den Geschehnissen in der Welt und werden sofort mit hineingerissen. Um die Entdeckung des Dorfes zu vermeiden, muss sich Franziska in eine Trainingseinheit der Städter einschleusen, die ganz in der Nähe ist. Dort wird sie zwar sofort enttarnt, aber die einzige Frau in dem Gebiet, […], beginnt ein perfides Spiel mit ihr zu spielen.

Schema F sagt es ja schon. Mal abgesehen vom Standort, bietet der Roman leider nicht viel neues. Auch die übliche Liebesgeschichte mit reichlich Drama darf nicht fehlen. Der Roman endet zwar mit einem sprichwörtlichen großen Knall und will den Leser neugierig auf den zweiten Band machen, was bei mir leider nicht so ist.

Wie schon oben gesagt, ist der Roman selbstpubliziert, was man ihm, meiner Meinung nach, auch an einigen Stellen anmerkt. Mal abgesehen von der etwas holprigen Sprachwahl, gibt es an einigen Stellen logische Fehler. Die gibt es aber in den meisten Jugendromanen.


„28 Jahre Danach“ ist ein gutes Erstlingswerk, wenn man bedenkt, dass es ohne Lektorenhilfe herauskam. Totzdem hätte ich mir gewünscht, das jemand mal etwas strenger drüber gelesen hätte. Der Schreibstil wirkt an manchen Stellen holprig, antiquiert und keinesfalls alltäglich. Wer aber auf Jugenddystopien im Stil von „The Hunger Games“ steht und das mal aus einer deutschen Perspektive sehen will, sollte keine Scheu haben diesem Roman eine Chance zu geben.

*Danke an Skara Daniell, dass mir ein Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt wurde.

Grafik: Christina Koorman
Grafik: Christina Koorman
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