Travel / Marokko

Hallo meine Lieben!

Im März haben der Herr und ich die vorlesungsfreie Zeit genutzt und sind in den Urlaub gefahren. Da wir vorher schon 2 Städtetrips in Europa gemacht hatten (Barcelona & Prag ), wollten wir dieses Mal wieder etwas weiter weg. Zur Auswahl standen New York und Marokko und als wir Bilder von den Schneestürmen sahen, die im März durch den Big Apple zogen, waren wir froh uns für Nordafrika entschieden zu haben.

Hinkommen

Von Frankfurt aus ging es für uns mit Royal Air Marocc nach Casablanca. Auch wenn der Flieger wohl schon etwas älter war, kann man nicht meckern. Besonders das Essen war für die doch relativ kurze Strecke (4 1/2 Stunden) sehr lecker und vor allem mengenmäßig viel. Auf dem Rückweg gab es als Dessert zum Beispiel ein Stück Schoko-Biscuit-Rolle, die einfach himmlisch und vor allem diabetes-verdächtig war.

Am Flughafen wurden wir von einem vorher organisierten Transport abgeholt, der mit einem Schild auf uns wartete. Man kann auch Taxis oder den Zug nutzen, um in die Innenstadt zu kommen, aber da wäre mir das Gewusel und das chaotische Fahrverhalten doch ersteinmal ein wenig zu viel gewesen.

Unsere Reise

Sonst sind wir ja eher dafür, uns unsere Urlaube selbst zu organisieren und zu planen. Marokko allerdings scheint dann doch nicht das geeignete Land dafür zu sein, vor allem wenn man die Sprache (Arabisch) nicht spricht und auch nur sehr dürftiges Französisch vorzuweisen hat. Da wir auch möglichst viel von dem Land sehen wollten, entschieden wir uns für eine geführte Rundreise im Kleinbus. Und das war eine sehr gute Entscheidung!

Den ersten Tag nutzten wir um uns allein Casablanca anzusehen. Allerdings kann die Stadt außer der wirklichen hübschen Hassan II. Moschee nicht wirklich viel bieten, da sie eher die wirtschaftliche Hauptstadt des Landes ist. Nicht mal der berühmte Film wurde hier gedreht, sondern in Studios in Hollywood.

Am Abend trafen wir uns mit unserer Reisegruppe und gingen lecker marokkanisch Essen. Auch Vegetarier können hier etwas finden: die landestypischen Tajines (Eintöpfe im Tontopf gegart mit Brot als Beilage) und das 7-Gemüse-Couscous gibt es überall. Wie der Rest der Reisegruppe, war der Reiseleiter etwa in unserem Alter und  von Anfang an sympathisch. Unsymphatische Mitreisende gab es nicht, alle verstanden sich und boten viele interessante Gesprächsthemen, kamen wir doch aus den unterschiedlichsten Ländern: ein paar weitere Deutsche, Engländer, Kanadier, Australier und Amerikaner.

Am Morgen ging es im Bus los nach Fez. Auf dem Weg hielten wir in Meknes, der ersten Stadt Marokkos, deren Hauptattraktion der verfallene Stall für ehemals 12.000 Pferde ist und ein riesiges Stadttor. In Volubilis, einer ehemaligen römischen Garnisionsstadt, wohin wir danach fuhren, stehen seit dem Lissaboner Erdbeben nur noch wenige Steine aufeinander. Die tollen Mosaiken haben es aber zum Glück fast unbeschadet überstanden.

In Fez besuchten wir eine sehr touristische Abendveranstaltung mit marokkanischer Musik, Bauchtanzeinlagen (auch von den Gästen – auf Touristen getrimmt, wie gesagt) und einem tollen 4 Gänge Menü. Am nächsten Tag bekamen wir eine Führung durch die Medina (Altstadt) von Fez, die über 9000 Gassen hat. Ein Kompass bringt hier mehr als ein Stadtplan. Überall boten Händler Teppiche und Lampen feil, während am nächsten Stand ein geschlachtetes Kamel verkauft wurde, dessen Kopf dekorativ daneben aufgehängt war.

Ganz früh aufstehen hieß es am 4. Tag, denn wir hatten 9 Stunden Fahrt vor uns. Es ging durch das Atlasgebirge in die Westsahara. Wir konnten also nicht nur mehr Schnee erleben als ich den ganzen Winter in Leipzig gesehen hatte, sondern auch dass Sommerwetter, das ich von Marokko erwartet hatte. Auf dem Weg erfuhr ich auch endlich, dass eine Oase nicht eine Palme und ein kleiner Teich inmitten von Wüste sind, wie meine Badeinsel aus Kindertagen mir weißmachen wollte, sondern riesige Anlagen von Dattelpalmen in der Nähe von Flüssen.

In Merzouga ging es raus aus dem Bus und rauf auf die Dromedare. Dabei schien unsere Hotelanlage mit Pool inmitten von Dünen wie eine perfekte Urlaubslocation. Nach 1 1/2 Stunden Ritt auf dem Wüstenschiff (wundert mich nicht, wenn man bei dem Geschaukel wirklich seekrank wird) erreichten wir unser Camp. Nach einem anstrengenden Erklimmen einer Düne sahen wir uns aber ersteinmal den Sonnenuntergang an und genossen die Stille, die hier herrschte. Im Camp kochten unsere Dromedarführer für uns und sangen Berberlieder, nachdem wir das Lagerfeuer angezündet hatten. Dass ich mir in der Nacht eine fiese Erkältung zuzog, war leider nicht so schön – in der Wüste wird es Nachts wirklich WIRKLICH kalt. Dabei lagen wir nicht mal draußen unter dem Sternenhimmel, denn der Vollmond hatte sowieso alle Sterne-guck-Vorhaben zunichte gemacht.

Am nächsten Tag erlebten wir den Sonnenaufgang während wir mit den Dromedaren zurück zum Hotel ritten, wo eine heiße Dusche auf uns wartete. Danach hieß es wieder: Everybody in the bus, please! und ab zur Todra Schlucht. Auf dem Weg hielten wir an einem Betrieb, der Gesteine mit Fossilien aufarbeitet und in Dekoration und Möbel verwandelt. Einer von vielen Betrieben, die wir besuchen durften und die uns ihre Produkte erklärten. Auch wenn danach natürlich auf die Möglichkeit, diese Souvenirs auch zu kaufen, hingewiesen wurde, hatte man nie das Gefühl hier auf einer Kaffeefahrt für Senioren inklusive Verkaufsveranstaltung zu sein.

Der vorletzte Tag führte uns ins Hollywood Marokkos: nach Ait Ben Haddou. In dieser Lehmstadt wurden nämlich schon einige große Filme, wie Gladiator, gedreht. Ich habe mich allerdings sofort gefühlt wie Khalessi und mich nach meinen Drachen umgeschaut, diente der Ort doch als Kulisse für die Stadt Yunkai in HBO’s „Game of Thrones„.

Der Weg nach Marrakesch ging am nächsten Morgen über den höchsten Pass Marokkos, den Tizi n’Tichka Pass auf 2260m Höhe, wo wir ein Gruppenfoto vor toller Kulisse schossen. Die wohl bekannteste und bei Touristen beliebteste Stadt des Landes begrüßte uns mit 30°C und jeder Menge geschäftigem Treiben. Auch hier schauten wir uns natürlich die Medina an und kauften Souvenirs & Postkarten für zu Hause. Besonders schön fand ich den Bahia Palast, dessen mysteriöse Geschichte den Ort noch viel interessanter gemacht hat. Abends gab es nochmal ein Essen mit allen Mitreisenden, denn viele fuhren am nächsten Tag. Wir blieben noch einen Tag länger, trafen uns mit einer Freundin aus Deutschland (mittlerweile haben wir uns schon auf 4 Kontinenten getroffen, sehr lustig) und genossen die Abgeschiedenheit vom Trubel in einem innerstädtischen Park der auch noch kostenloses W-Lan bietet: dem Cyber Park.

Reiseveranstalter

Wie ihr lesen könnt, waren wir von unserer Reise restlos begeistert und können den Veranstalter G Adventures wirklich weiterempfehlen. Sie bieten jede Menge unterschiedliche Touren an und das weltweit. Selbst die Antarktis kann man sich mit ihnen anschauen. Wir machen aber lieber kleine Schritte und liebäugeln vielleicht mit einer Südamerika Tour.

Menschen und Kultur

Wer nach Marokko fährt, muss sich natürlich im Klaren darüber sein, dass die Kultur eine ganz andere ist als in Europa. Genauso wie die Sauberkeit. Zum Glück schaffte ich es fast den ganzen Urlaub mich vor der Benutzung einer französischen Toilette zu drücken – das ist nämlich nur ein Loch im Boden. Das Wüstencamp allerdings überraschte mit einer Spültoilette – anders als unsere Reisebeschreibung erahnen ließ, die davon sprach, dass man sich eine kleine Schaufel mitnehmen sollte, wenn ihr wisst was ich meine…

Und auch wenn die männlichen Exemplare des Landes wie erwartet etwas aufdringlich waren, sind die Menschen Marokkos doch sehr freundlich und hilfsbereit, was sicherlich vor allem mit der ausgeprägten Trinkgeld-Kultur dort zusammenhängt. Habt immer Kleingeld dabei, um sie dem Hoteljungen, dem Mann an der Rezeption oder der Klofrau in die Hand zu drücken.

Apropos Land und Leute. Anders als zum Beispiel in der Türkei ist es jedem Nicht-Muslim streng untersagt eine Moschee zu betreten. Einzige Ausnahme: Führungen in der Hassan II. – Moschee in Casablanca. Manche Einwohner werden auch schnell unfreundlich, wenn ihr euch dem Eingang einer Moschee auch nur ein wenig zu sehr nähert.

Letzter Tipp: Zum Schluss gibt es noch einen ganz speziellen Tipp und der ist für alle Mädchen wichtig, die Herbal Essences Shampoos nutzen. Diese Flaschen sind NICHT für Urlaube geeignet, da sie definitiv auslaufen.

Zum Abschluss gibt es ein kurzes Video für euch mit einer Anleitung, wie man sich einen Schal selbst binden kann, um auszusehen wie ein echter Berber.

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2 Gedanken zu “Travel / Marokko

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