Rezension / Kai Weyand – Applaus für Bronikowski

Weyand.Applaus(edit)

Seiten: 188 / Verlag: Wallstein Verlag / Hier kaufen

Rückentext: Bei Kai Weyand geht es um Leben und Tod. Sehr komisch.


Während ihre Eltern in Kanada ihren Auswanderertraum leben, bleiben die Brüder Bernd und Jan in Deutschland zurück. Von seinen Eltern enttäuscht ändert Jan seinen Namen nicht nur in NC (No Canadian), sondern zieht sich auch aus allen zwischenmenschlichen Bindungen zurück. Als er nach einem weiteren gescheiterten Job ziellos durch die Straßen wandert, entdeckt er ein Beerdigungsinstitut und fragt spontan nach Arbeit.

„NC hatte schon immer viel gelesen, aber nun fing er an, Bücher zu verschlingen. Nicht nur Romane, sondern auch Gedichte. Er wollte hinter das Geheimnis der Wörter kommen, wollte verstehen, was sie in ihrem Kern bedeuten, warum manche so tief in einen eindrangen, als wären sie Messer, und manche an einem abprallten als wären sie Gummibälle, warum ihr Klang nicht unbedingt ihre Bedeutung widerspiegelte und warum man ihnen hilflos ausgeliefert war.“

Das Beerdigungsinstitut wird für NC ein Ort, an dem er er selbst sein kann. Zwischen Leichen und genauso verschrobenen Kollegen wie er selbst, beginnt er sich langsam wohlzufühlen und aus seinem Schneckenhaus der Rückgezogenheit hervorzukommen. Kai Weyand versteht es, die ruhigen und nachdenklichen Seiten an einem Beruf zu zeigen, der sonst eher mit abwertendem Verhalten gesehen wird.

Der Roman endet in Tragik und Komik zugleich und spiegelt damit perfekt die Geschichte wieder. Sonderbare Charaktere, Erlebnisse die zum Nachdenken anregen und eine Titelfigur, die es weiß ihren Auftritt gut zu gestalten.


Dieses Buch habe ich mir spontan im Rahmen des Indie Book Day gekauft.

Unabhängige Verlage sind im Sortiment großer Buchläden, wie zum Beispiel Thalia, eher schwieriger zu finden und so hatte ich am Ende zwei Bücher aus dem Wallstein Verlag zur Auswahl. Ich entschied mich für dieses aufgrund des nicht sehr aussagekräftigen, aber amüsanten Rückentextes und hab es nicht bereut.

Grafik: Christina Koorman
Grafik: Christina Koorman
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