„I’m from Kansas. I’m as American as it gets.“

Eine Filmkritik zu „Man of Steel“ mit Henry Cavill.

Wer in den letzten Jahren die Kinoprogramme studiert hat, dem ist sicherlich eine Sache aufgefallen: Marvel ist einfach ÜBERALL. Thor hier, Iron Man da und mittendrin Captain America. Mit dem Finale der Batman-Triologie „The Dark Knight Rises“ hat sich DC aus den Kinosälen verabschiedet und auch schon vorher musste man fragen: Hat Marvel den Kampf der Comic-Imperien gewonnen? Und da fiel mir der letzte Superman-Film ein, der noch ungesehen blieb. Wieso? Schlechte Kritiken von R. der ihn auf der 3. größten Kinoleinwand gesehen hatte. Was seiner Meinung nach auch das einzig Interessante an dem Abend war. Ich habe mich trotzdem nicht abschrecken lassen und ihn auf dem Laptop angeschaut und deshalb bekommt ihr jetzt eine Rezension.

Gleich zu Anfang soll gesagt sein: Wer „Superman Returns“ blöd fand, der sollte hier trotzdem einschalten. Der neue Superman Film hat mit dem vorhergehenden nichts zu tun und die gesamte Schauspielerriege wurde ausgetauscht.

Der Regisseur Zack Snyder lässt sich sehr viel Zeit die neuen und bereits instruierten Zuschauer in die Geschichte Supermans einzuführen. Wir sehen seine Eltern, die ihr Baby vor der Zerstörung des Heimtplaneten Krypton in Sicherheit bringen indem sie es in ein Raumschiff setzen, das sie zur Erde schicken. Der Bösewicht im Film ist ein General Zod, der nicht nur die Regierung stürzen will, sondern auch Supermans Vater tötet und dafür als Strafe zusammen mit seinem Gefolge in ein Wurmloch gesendet wird. Welches sie – ironischer Weise – vor dem Tod bewahrt, als Krypton explodiert.

Weit entfernt wächst Superman als Clark Kent auf der Erde auf. Dort muss er sich nicht nur mit den üblichen Problemen des Erwachsen werdens herumschlagen, sondern auch mit seinen Fähigkeiten. Sein Ziehvater Jonathan hält ihn ständig zur Vorsicht an, fürchtet er doch um die Reaktionen der Menschen die Unbegreifliche Sachen nur ungern mit offenen Armen aufnehmen.

Erwachsen geworden arbeitet er nicht als dusseliger Schreibtischheini mit dicker Brille, sondern als muskelbepackter Arbeiter auf einem Fischerboot. Er ist ein ruheloser Mann und läuft ständig vor seiner Entdeckung davon. Als das amerikanische Militär ein Raumschiff seiner Leute im Packeis findet, hat er die erste Spur zu seiner Vergangenheit und kontaktiert mit seinem Betreten des Schiffes unfreiwillig Zod, der nun die Erde zu einem neune Krypton machen will.

„Man of Steel“ beginnt viel ruhiger als viele andere Superheldenfilme und widmet sich ausführlich der Vorgeschichte seines Helden. Der Film erzählt von den Opfern, die seine Eltern bringen mussten um ihn wegzuschicken, aber auch die seiner Zieheltern auf der Erde die um seine Entdeckung bangten.

Superman ist um einiges erwachsener als viele der Marvel-Helden. Er stellt seine eigenen Bedürfnisse zurück im Glauben für das Wohl anderer zu arbeiten. Es gibt keine Komik-Einlagen, keine ausufernde Liebesgeschichte. Lois Lane ist im Film eine knallharte Investigationsreporterin, die nicht davor zurückschreckt ihren Chef zu hintergehen um ihre Geschichte zu veröffentlichen oder sich selbst in Gefahr zu bringen.

Wer bis hier allerdings die Action vermisst, der braucht keine Angst haben. Natürlich kommt es zu einem großen Showdown zwischen Zod und Superman. Die komplette Zerstörung Metropolis‘ wirkt zwar übertrieben, verdeutlicht aber auch welche Kräfte Superman und anderen Menschen Kryptons zur Verfügung stehen.

So wundert es nicht, dass am Ende des Films ein Mann des Militärs Superman folgt und ihn fragt: „Wie wisen wir, dass du dich nicht eines Tages gegen die Interessen Amerikas wendest?“ Und Superman, ganz der Junge von nebenan antwortet: „Ich komme aus Kansas. Amerikanischer als ich geht es nicht.“

Ob das eine Kampfansage an Captain America und die Marvel-Macher sein soll, bleibt offen. Obwohl für die nächsten Jahre einige neue Filme mit bekannten DC-Helden geplant sind, so auch die Avengers-artige Zusammenführung von Batman und Superman, haben es sich die Macher zurzeit eher in den heimischen Wohnzimmer bequem gemacht und begeistern mit Serien wie Arrow, Gotham und Flash die neuen Generationen der Superhelden-Fans.

Wie steht ihr zur neuen Superhelden-Welle die seit einigen Sommern die deutschen Kinosäle erobert?

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