„Wenn man eine Sekretärin einstellt, verführt und heiratet man sie. …

… Man meldet sie nicht zu einem Wettberwerb an.“ Eine Rezension zum Film „Mademoiselle Populaire“.

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Frankreich in den 50ern. Eine Revolution geht durch’s Land: Die Schreibmaschine wird das begehrenswerteste Utensil jeder Frau und Sekretärin der Traumberuf schlecht hin. Auch Rose Pamphyle kann schnell tippen und will raus aus dem Dorf in dem sie aufgewachsen ist. Sie stellt sich bei dem Versicherungsmakler Louis Èchard vor. Der sieht aber, dass das Mädchen zu tollpatschig für eine Sekretärin ist und meldet sie viel lieber bei einem Schnellschreibwettbewerb an.


Für moderne Frauen ist der Sekretärinnen-Beruf sicherlich kein Lebenstraum mehr. In den 50er bot dieser Beruf aber erstmal eine Möglichkeit für Frauen ihr eigenes Geld zu verdienen und sich von der übermächtigen Suche nach einem Ehemann zu emanzipieren. Auch Rose Pamphyle findet ihren Verehrer eher weniger gut und entflieht ihm und ihrem Vater in die Stadt, wo sie sich als flinke Schreibmaschinenkraft verdienen will. Louis entdeckt zwar, dass ihre Tollpatschigkeit eher weniger Organisationstalent versprechen lässt, doch ihre Begabung erregt sein Interesse und er beginnt sie auf Schnellschreibwettberwerbe vorzubereiten.

„Amerika ist gut fürs Geschäft, Frankreich für die Liebe.“

„Mademoiselle Populaire“ ist eine leichte Romantikkomödie, die den Zuschauer storymäßig leider nicht überraschen kann. Aus dem ungleichen Gespann entwickelt sich, wie voraussehbar war, ein Pärchen, dass sich vorsichtig und mit allerlei Missverständnisse im Weg annähert. Dazu muss Rose nicht nur ihrem griesgrämigen Schwiegervater die Stirn bieten, sondern auch der Glamourwelt ihres Erfolges widerstehen.

Ernstere Themen, wie Geschlechterrollen und der Zweite Weltkrieg werden zwar kurz zur Sprache gebracht, aber nicht tiefgründig beleuchtet. Auch mit schauspielerischen Höchstleistungen kann keiner der beiden Hauptdarsteller überraschen. Diese hat die Geschichte aber auch nicht nötig. Vielmehr begeistert der Film mit seinem Humor und seinem ausgefallenen Thema.


„Mademoiselle Populaire“ ist ein amüsanter Liebesfilm, der den Zuschauer in eine Zeit entführt, in denen Frauen sich noch schwingende Röcke anzogen und Männer in eleganten Anzügen packungenweise Zigaretten rauchten. Wer in der erfolgsorientierten Welt der  „Mad Men“ zuweilen herzerwärmende Romantik vermisst, ist mit diesem Film gut beraten.

Darsteller: Romain Duris, Deborah Francois / Altersfreigabe: FSK 0 / Laufzeit: 106 Minuten / Verleih: Studiokanal // Amazon

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