Rezension / J. R. R. Tolkien – Die Geschichte der Kinder Húrins

IMG_0055

Entnommen aus: Nachrichten aus Mittelerde

Originaltitel: Unfinished Tales of Numenor and Middle-Earth

Seiten: 161

Bestellen


Es herrscht Krieg in Mittelerde, und Húrin, der Herr von Dor-lómin, fällt seinem ärgsten Feind in die Hände: dem grausamen Morgoth.


Wer den Namen J. R. R. Tolkien oder Mittelerde hört und dabei nur an „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ denkt, kennt die Ausmaße des kreativen Schaffens des englischen Literaturprofessors nicht. Neben den beiden verfilmten Bestsellern gibt es noch eine Vielzahl an anderen Werken wie das Silmarillion, Gedichtbände und kurze Romane, wie „Die Geschichte der Kinder Húrins“.

Auch für Fans der Mittelerde-Welt ist dieser Roman nicht einfach zu verstehen. Man kommt sich vor, wie in einem russischen Schinken von Tolstoi, wenn Tolkien auf der ersten Seite endlose Namen und Verwandschaftsbeziehungen aufführt und der Leser diese Figuren nicht zuordnen kann. Erst langsam findet man in die Geschichte hinein.

Wie immer ist es der Kampf eines edlen Ritters gegen dunkle Mächte, der die Vorgänge lenkt. Túrin, ein Mensch, muss aus der Heimat seiner Eltern fliehen und sucht Zuflucht bei den Elben. Seine Mutter, überzeugt dass ihr Mann Húrin wiederkehren wird aus den Fängen Morgoths, bleibt zurück mit ihrer neugeborenen Tochter Níniel. Túrin erwarten einige Abenteuer, bis er und Níniel sich im Laufe der Geschichte wieder treffen. Doch was eine schöne Familienzusammenführung hätte werden können, wird zum grausamen Desaster.

J. R. R. Tolkien, beschäftigt mit den schieren Ausmaßen seiner erdachten Welt, hat von „Die Geschichte der Kinder Húrins“ nur Bruchteile zurückgelassen. Sein Sohn Christopher Tolkien hat die Notizen bearbeitet und zu der vorliegenden Erzählung zusammengefasst. Bereits erschienen Teile die im Silmarillion enthalten waren, hat er in den Kommentaren gekürzt angehängt, um den Verlauf des fehlenden Mittelteiles aufzufüllen. Trotzdem blieben noch viele Einzelheiten des Herganges unklar und ich musste das Internet und eine der unzähligen, weitläufigen Mittelerde-Seiten zu Rate ziehen, um die nachfolgenden Szenen richtig einordnen zu können.


Fazit:

Die Figuren und die Geschichte erinnern stark an „Der Herr der Ringe“, können aber natürlich dessen epische Komplexität nicht erreichen. Sie lassen den Leser mit einem Gefühl der Wehmut zurück, dass es dieser grandiose Autor nicht geschafft hat, noch mehr seiner Vorstellungskraft auf Papier zu bannen.

Grafik: Christina Koorman
Grafik: Christina Koorman
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s