Rezension / Libba Bray – The Diviners

9783423760966

 

 

Titel: The Diviners – Aller Anfang ist böse
Verlag: dtv
Seiten: 704
Amazon

 

 

 

Der Hype um die 20er Jahre, der seit der neuesten Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds „The Great Gatsby“ herrscht, zieht auch die Literatur in seinen Bann. Libba Bray verbindet in ihrem neuen Roman die schillernde Glamour-Welt New Yorks mit den düsteren Schatten vergangener Zeiten und religiösen Fanatismus.

Evie O‘Neill wird von ihren Eltern nach New York geschickt, nachdem sie in ihrer kleinen Heimatstadt einen Skandal verursacht hat. Reichlich unüberlegt, denn Evie freut sich immens auf die Flüsterkneipen und Tanzclubs der Stadt, die schon damals niemals schläft. Doch als ein Mörder beginnt, die Stadt zu terrorisieren, kommt sie auch mit der dunklen Seite des Ortes in Kontakt. Die mystische Atmosphäre der Morde lässt den Polizisten ihren Onkel, den Leiter des Instituts für Aberglauben, hinzuziehen.

Als Leser fühlt man sich von Libba Brays Schreibstil sofort in die glitzernde New Yorker Welt versetzt. Mit Evie und ihren Freunden besucht man Shows und Kneipen, tanzt sich die Füße wund und spürt das Adrenalin auf der Flucht vor der Polizei. Denn Läden wie der Cotton Club zeigen auch die schummrigen Ecken der sonst strahlenden Metropole, die fest in den Klauen der Prohibition und der Rassentrennung steckt.

„Die Kapelle ist die Beste in Manhattan. Ich habe sie schon mal im Cotton Club gehört. Aber da geh ich nicht gern hin. Da machen sie Rassentrennung.“ Henry sah Evies verwirrten Gesichtsausdruck und erklärte ihr: „Im Cotton Club dürfen die schwarzen Jazzmusiker zwar für die weißen Gäste spielen, aber an ihren Tischen unten dürfen sie nicht sitzen; sie dürfen sich auch keinen Drink bestellen und sich nicht unter die Weißen mischen.“

Noch weit entfernt sind die Revolutionen der 60er Jahre, die endlich eine offene Zukunft für alle schaffen. Doch schon im Roman träumt nicht nur Evie von einem selbstbestimmten Lebensstil, sondern auch die anderen Figuren streben nach dem großen Glück als Künstler und Star.

„Memphis beugte den Kopf über das Notizbuch und jagte im Schein der Laterne den Worten nach, als versuche er, Kometen an ihrem Schweif zu packen. Überall in Harlem wimmelte es von Schriftstellern, Musikern, Dichtern und Denkern. Sie veränderten die Welt. Und Memphis wollte Teil dieser Veränderung sein.“

Dabei verspinnt sie die Fäden der vielen unterschiedlichen Figuren im Laufe der Geschichte zu einer spannenden Story, die mit ihren magischen Elementen eine perfekte Grundlage für einen zweiten Teil bietet. Dieser erscheint im April 2015 in den USA.

Die Geschichte um Jericho und Sam, die in den ersten Teil nicht ganz hereinpassen wollte, scheint sich von der magischen Atmosphäre zu entfernen, die noch im ersten Teil den Großteil der Handlung bestimmt. Verbindungen zwischen den Figuren, die bisher nur angedeutet wurden und noch nicht allen bewusst sind, schaffen ein neues Geheimnis, dass es für Evie und die anderen zu lüften gilt.

Meine Meinung:

Libba Brays Roman weckt ein schillerndes New York zum Leben, das nicht nur von aufstrebenden Jugendlichen, sondern auch von gruseligen Gestalten bewohnt wird. So manche Geheimnisse werden enträtselt und Mörder geschnappt, aber es bleibt genug mysteriöse Handlung übrig, um den Leser auch für den nächsten Band zu fesseln.

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Grafik: Christina Koorman

// Ein großes Dankeschön hier nochmal an den dtv, die mir diesen Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Das Lesen hat wahnsinnigen Spaß gemacht.

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