#BuyNoPlastic4aMonth

Schnell mal in den Supermarkt um die Ecke gegangen und dann doch zu viel gekauft um es in der Hand nach Hause zu tragen? Dann wird oft eine Plastiktüte gekauft, die sich zu Hause angekommen zu den unzähligen anderen gesellt. Kommt das bekannt vor? Deutschland ist laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz der größte Plastikverbraucher Europas mit bis zu 11,5 Millionen Tonnen im Jahr. Dazu gehören unter anderem 65 Plastiktüten pro Kopf und Jahr.

Wegen solcher Zahlen ruft die Gruppe „Buynoplastic4amonth“ zu einer weltweiten Aktion im November auf, bei dem die Teilnehmer versuchen sollen den Kauf von Plastik zu vermeiden. Auf der Facebook-Seite der Gruppe findet man Fakten zum Thema Plastik, informative Videos und zahlreiche Tipps und Tricks um die plastikfreien Wochen zu überstehen. Ich habe mit Tatjana, einer der Teilnehmerinnen geplaudert und erfahren wie sie darauf aufmerksam wurde und welche Dinge sie noch schnell auf Vorrat gekauft hat.

Eine Freundin habe ihr von der Aktion berichtet und sie direkt in die Facebook Gruppe eingeladen, erzählt Tatjana. Schon vorher hatte sie versucht möglichst auf Plastikeinkaufstüten zu verzichten und stattdessen den guten alten Stoffbeutel ausgepackt. Den hatte sie auch bei unserem Gespräch dabei: ein Beutel mit Fuchsmotiv von Primark. Das Einkaufen bei solchen Läden wie H&M und dem irischen Moderiesen würde sie gerne vermeiden, aber das sei geldtechnisch für sie als Studentin selten möglich. Da siegt leider oft das Bankkonto über das gute Gewissen. Bei Schuhe verzichtet sie mittlerweile auf Billigteile, sondern kauft gut verarbeitete aus Leder, die eine ganze Weile halten und auch mal einen Besuch beim Schuster bekommen um wieder auf Vordermann gebracht zu werden.

Das Geld sei auch ihr größtes Bedenken für den bevorstehenden Monat. Einkäufe in Leipziger Bioläden wie dem Biomare und dem Anfang des Monat eröffnenden Veganz sind nicht gerade billig. Ein Unverpackt Laden, wie kürzlich in Berlin einer eröffnete, wäre natürlich ideal, steht aber in „Hypezig“ noch in weiter Ferne.

Ob sie sich Sachen noch schnell auf Vorrat gekauft habe, um diese nicht im November vermissen zu müssen, wollte ich zu gerne wissen. Für den Anfang hat sie sich eine Packung Frischkäse geholt, auf den wollte sie ungern verzichten. Nach unserem Gespräch ging es auch noch schnell zu DM und Fielmann, Lippenpflege und Kontaktlinsen kaufen. Ein bisschen schummeln sei erlaubt, meint sie.

(Quelle: Facebook Gruppe)

Tatjana will auch versuchen, den Gebrauch von Plastik zu vermeiden und nicht nur den Kauf. Für die Uni wurde eine Thermoskanne gekauft um den ach so verführerischen Kaffee to go zu entgehen. Auch abbaubare Müllbeutel werden bei ihr im November eher benutzt, als die leidigen Tüten aus Kunststoff. Nachdem sie sich in die Facebook Gruppe und deren Informationen eingelesen hatte, kam ihr kurz der Gedanke sich auch eine dort gepriesene Bambuszahnbürste anzuschaffen. Den Gedanken legte sie aber schnell beiseite, erzählt sie lachend.

Ob sie ihren Freunden und Mitbewohnern von der Aktion erzählt habe und wie deren Reaktionen waren ist meine nächste Frage. Die meisten würden sie unterstützen, berichtet Tatjana. Vielen haben sie sofort mit weiteren Tipps versorgt. Nur einer ihrer Freunde warf ihr ein: „Das schaffst du doch niemals!“ entgegen. Das sei aber nur noch mehr Ansporn für sie.

Ob sie glaubt, den Monat komplett plastikfrei verbringen zu können, will ich zum Schluss wissen. Sie schüttelt den Kopf. Das ist in unserer Zeit doch fast unmöglich, ist ihre Antwort. In ihrer Küche hat sie einen Karton bereit gestellt, in dem jedes Stück Plastik gesammelt wird, dass sie im November doch nicht vermeiden konnte. Ihr Ziel ist es aber, so vielen wie möglich von dieser Aktion und dem Gedanken dahinter zu erzählen. Denn wenn alle nur ein wenig auf ihren Verbrauch von Plastik achten, wird die Welt ein bisschen sauberer.

Für interessierte Leute, verlinke ich hier den Film „Plastic Planet“, in dem der Regisseur nicht nur hinter die Kulissen der Kunststoffherstellung blickt, sondern auch auf Fragen des Umweltschutzes und der Gesundheit aufmerksam macht, die immer wieder in Verbindung mit dem Thema Plastik auftauchen.

Achtet ihr beim Supermarkteinkauf auf die Menge an Plastik in eurem Korb?

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