Juli Zeh – Spieltrieb

Spieltrieb

Autorin: Juli Zeh

Verlag: btb

Seiten: 576

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Buchklappentext:

Die atemberaubende Geschichte zweier Jugendlicher, die ein ungeheuerliches Spiel antreibt: Es geht um Sex, Verführung und Macht, um Hass und Liebe – bis aus dem Spiel schließlich bitterer Ernst wird…

 

Meine Meinung:

„Die scheißt auf alles. Knapper ließ sich die Persönlichkeit der Neuen nicht in Worte fassen. Anerkennung schwang in dieser Wendung mit und wenig Sympathie. Man wusste nicht recht. Die Prinzessinnen aller Stufen hielten sich von ihr fern und sortierten sich auf dem Raucherhof so lange um, bis keine von ihnen Ada im Rücken hatte. Genau wie auf ihrer alten Schule stand Ada umgeben von einem Haufen Leute, die sie nicht das Geringste angingen, und spürte genau, dass alles beim Alten geblieben war. Es war albern gewesen, etwas anderes zu erwarten.“

 

Das Gymnasium Ernst Bloch gilt als letzte Station für alle schwierigen Kinder reicher Eltern, die mit allen Mitteln das Abitur schaffen sollen. Ada, überdurchschnittlich intelligent, ist gelangweilt von ihren Mitschülern, bis Alev auftaucht. Genauso intelligent wie Ada ist er um einiges charimatischer und wird der Liebling der Klasse. Zusammen entwickeln sie ein perfides Spiel, dass Alev durch das Schuljahr und Ada aus der Einsamkeit bringen soll. Doch bald muss Ada feststellen, dass auch sie nur ein Spielball ist.

„Ada. […] Das Schöne am Leben ist, dass es nichts mehr zu verlieren gibt, wenn man einmal akzeptiert hat, dass es früher oder später zu Ende geht. Dunkelheit, Geburt, Fressen, Ficken, Kämpfen, Fade out. Solange wir daran nichts Schlimmes finden, gibt es absolut nichts zu fürchten. Die größte Gabe des Menschen ist seine Fähgkeit zum Freitod. Frei durch Tod. Wenn uns etwas nicht passt, können wir gehen. Wo soll das Prolem sein?“

 

Das Juli Zeh Kreatives Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert hat, ist in ihrem Werk nicht zu übersehen. Die Sätze sind merkbar perfekt ausgewählt und geben die emotionslose Stimmung der Charaktere perfekt wieder.

Die amoralische Einstellung der Jugendlichen jagt dem Leser einen Schauer über den Rücken. Die Geschichte wirkt so abwegig und doch realistisch, dass ich die Empfehlung auf der Rückseite: „Spieltrieb ist ein Roman, den alle Schüler und Lehrer lesen sollten“ nicht ganz nachvollziehen kann. Auch wenn am Ende die Verlierer der Spiels nicht die sind, von denen man es am Anfang erwartet, bleibt doch ein merklich fahler Beigeschmack zurück.
Fazit:

Ein Jugendroman über die Erste Liebe, der SO noch nicht in meinem Bücherregal vorzufinden war.

 

Tassen-5von5(Grafik: Christina Koorman)
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