Zitate / Jonathan Franzen – Die Unruhezone

Unruhezone

 

Autor: Jonathan Franzen

Originaltitel: The Discomfort Zone

Seiten: 256

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Inhalt:

Der Autor des Weltbestsellers „Die Korrekturen“ über sich: über Kindheit, Vögel, deutsche Sprache, über Leben und Lieben und über Charlie Brown.

 

Ein paar Zitate:

„Ich war der Einzige der Familie, der hier seine gesamte Kindheit verbracht hatte. Als Teenager hatte ich, wenn meine Eltern ausgehen wollten, die Sekunden gezählt, bis ich für eine begrenzte Zeit die volle Herrschaft über das Haus antreten konnte, und solange sie weg waren, bedauerte ich, dass sie wiederkommen würden. In den Jahrzehnten seither hatte ich die sklerotische Zunahme der Familienfotos grollend mit angesehen und mich darüber aufgeregt, dass meine Mutter meinen Schubladen- und Schrankraum usurpierte, und auf ihre Bitte, meine alten Kartons mit den Büchern und Papieren wegzuschaffen, hatte ich wie eine Hauskatze, der sie Gemeinsschaftssinn beizubringen suchte, reagiert. Offenbar glaubte sie, es gehöre alles ihr.“

„In den Jahren seit dem Tod meiner Mutter waren die Dinge gut für mich gelaufen. Statt verschuldet und den Mietkontrollgesetze der Stadt ausgeliefert zu sein, besaß ich nun eine hübsche Mietwohnung in der East Eighty-first Street. Als ich sie, nach zwei Monaten in Kalifornien, betrat, hatte ich das Gefühl, in eine fremde Wohnung zu kommen. Ihr Bewohner was offenbar ein wohlhabender Manhattaner mittleren Alters, der ein Leben führte, um das ich in meinem Dreißigern andere aus der Ferne beneidet hatte. wobei ich meinen Versuchen, mich hineinzuphantasieren, erst mit vager Verachtung begegnet und schließlich erlegen war.“

„Ich wollte in einer Peanuts-Welt leben, in der Wut witzig und Unsicherheit liebenswert waren.“

 

Fazit:

Jonathan Franzen hat sich für „Eine Geschichte von mir“ – so der Untertitel des Buches – mehrere Abschnitte aus seinem Leben herausgepickt. Der Tod seiner Mutter, kindlische Streiche und Mutproben, die Faszination für Vögelbeobachtung – zusammenhangslose Aspekte eines Aufwachsens in der urtypischen Mittelklassegesellschaft Amerikas. Auch wenn seine Erlebnisse den Leser mitfühlen lassen und er sich vielleicht in dem einen oder anderen Aspekt wiederfindet, hat es mich trotz allem nicht genug angesprochen. Ein kurzer Einblick nur – ich hatte mir mehr erhofft.

 

Tassen-2von5(Grafik: Christina Koorman)

 

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