Jane Austen – Emma

Emma

 

Autorin: Jane Austen

Seiten: 528

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

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Buchklappentext

Eine Komödie der Irrungen und Wirrungen, aber auch ein Entwicklungsroman, in dessen Mittelpunkt die 21jährige reiche, schöne und kluge Emma steht. Alles dreht sich um Liebe und Ehe, und nur die große Dame der englischen Literatur kann darüber so meisterlich und witzig-ironisch erzählen.

Meine Meinung

Emma Woodhouse ist seit dem Tod ihrer Mutter und der Heirat ihrer Schwester die Frau im Haus. Ihr Leben lang wurde sie von ihrem Vater und ihrer Gouvernante stets komplimentiert und niemals kritisiert, was zu einem Selbstbewusstsein der jungen Frau führte, dass stark an Selbstüberschätzung grenzt. Einzig ihr Freund und Schwager ihrer Schwester, Mister Knightley wagt es ihr Verhalten in Frage zu stellen.

„Das wirkliche Übel an der Sache war nur, daß Emma zu sehr ihren eigenen Willen haben konnte und daß sie dazu neigte, ein wenig zu viel von sich selbst zu halten; dies waren Nachteile, die ihre vielen Freuden zu trüben drohten. Doch gegenwärtig wurde diese Gefahr von ihr überhaupt nicht wahrgenommen, und sie betrachtete die Nachteile deshalb auch keineswegs als Mißgeschick.“

Als Tochter der besten Familie im Dorf fühlt sich Emma verpflichtet ihrem Stand alle Ehre zu machen. Sie kümmert sich um die nicht so gut gestellten Familien, die ihrer Hilfe bedürfen und pflegt die Freundschaften mit Familien der Nachbarschaft. Um die Familien, die nicht arm genug sind, aber auch nicht reich genug um zu ihren Freunden zu zählen, macht Emma allerdings einen großen Bogen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt Harriet Smith, einem armen Mädchen aus der örtlichen Schule, die sie angemessen zu verkuppel sucht. Und so nimmt das zerstörerische Liebeskarusell seinen Lauf.

„Wirklich, so war es. Ohne Skrupel – ohne Entschuldigung – ohne daß es ihm offenbar an Selbstvertrauen fehlte – Mr. Elton, Harriets Liebhaber, gestand ihr seine Liebe. Sie versuchte, ihn zum Schweigen zu bringen, doch vergeblich; er wollte immer weiterreden und alles sagen.“

Die Wertevorstellungen, die im Roman vermittelt werden, sollten keineswegs als aktuell und erstrebenswert hingenommen werden, gilt das primäre Interesse der weiblichen Bevölkerung der Stadt doch der Findung eines Ehemanns, der auch noch einen guten gesellschaftlichen Stand und möglichst viel Geld hat. Trotz allem ist die Thematik modern und könnte, in nur leicht abgeänderter Form, in jeder nachmittäglichen Telenovela auftauchen. Was Austens Roman von seichten Liebesromanen abhebt, ist die chirurgische Präzision, mit der die Autorin die Intentionen und Charakterstärken und -schwächen ihrer Figuren präsentiert. Ob Emmas Selbsterliebtheit oder Harriets Naivität und Beeinflussbarkeit; Austen zeigt ihre negativen Seiten, aber zeigt auch ihre Entwicklungsfähigkeit.

Fazit

Schon lange lag Emma auf meinem Stapel ungelesener Bücher und drohte sein Dasein dort noch weitaus länger zu fristen, denn nach der Lektüre von Gefühl und Verstand für die Uni war mir klar: Kein Roman von Jane Austen kann an Stolz und Vorurteil heranreichen. Auch nach der Lektüre besitzt diese Erkentniss noch immer Gültigkeit, aber trotz allem konnte Miss Austen mit ihrer Darstellung der Gesellschaft und ihrer kleinen, internen Ränkespielchen und Verheiratungspolitiken überzeugen.

 

Tassen-4von5(Grafik: Christina Koorman)

 

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3 Gedanken zu “Jane Austen – Emma

      • *lach* Auch wenn wir bei S&V einer Meinung sind kann ich ihre anderen Romane auch sehr schätzen. Vor allem Emma und Verstand und Gefühl mag ich sehr gerne. Und Lady Susan. Der ist auch gut, wenn auch sehr anders.

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