Rosa Chacel – Leticia Valle. Memoiren einer Elfjährigen

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Originaltitel: Memorias de Leticia Valle

Seiten: 221

Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag

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Buchklappentext:
Der Roman einer „Verführung.“ Von einer der bedeutendsten spanischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.

Meine Meinung:
Leticia Valle ist der 1946 erschienene unbekannte Vorgänger von Nabokovs umstrittenem Roman Lolita. Ich kannte weder Lolita, noch diesen Roman und seine Autorin vor der Lektüre und war sehr gespannt.
Der Roman wird aus der Sichtweise des Mädchens erzählt, die die Ereignisse während ihres 12. Lebensjahres im Retrospekt schildert. Ihre Mutter war schon früh gestorben, ihr Vater als Soldat in den Krieg geflüchtet und ließ sie bei ihrer Großmutter und den vielen Tanten zurück. Als ihr Vater zurückkehrt, ziehen beide zusammen mit ihrer Tante in eine kleiner Stadt in der Nähe von Valladolid, wo sich ihr kriegsversehrter Vater erholen soll.
Dort lernt sie Dona Luisa und ihren Mann Daniel kennen, zu denen sie bald eine innige Zuneigung fast. Während sie von Daniel unterrichtet wird, formt sich zwischen Leticia und Luisa eine Freundschaft, die nur selten dem Altersunterschied der beiden entspricht. Luisa ist eine zerbrechliche Frau, künstlerisch begabt, aber in keiner liebevollen Beziehung zu ihrem Mann.
Leticia’s Sichtweise schwankt zwischen der eines Kindes und der einer jungen Frau; sie verzweifelt an ihrer kindlichen Fantasie die sie so oft ablenkt und dem Wunsch von den Erwachsenen, aber besonders Don Daniel ernst genommen zu werden.

„»Mir scheint, dass du, wenn du ein junger Herr wärest, die Kunst beherrschen würdest, den Damen Geschenke zu machen, und mir scheint auch, dass du manchmal nur allzu gern ein junger Herr wärest.« Was wollte er damit sagen? Ich weiß es nicht. Ich dachte einen Augenblick lang, er verstünde mich, er bemerkte, dass ich unzufrieden sein, zu sein, wie ich war. Aber nein, ich bin nicht sicher, ob er mir das damit sagen wollte.“

Chacels Roman lässt die Liebesbeziehung im Dunklen. Sie gibt Anspielungen, kleine Situationen die vor Elektrizität und Erotik zittern, aber lässt den Rest unausgesprochen.

Fazit:
Meine Erwartungen hat der Roman nicht erfüllt. Zu viel ist unausgesprochen, zu viel handelt von dem Zwiespalt in dem Leticia steckt. Auch wenn ihr Problem mit ihrem Alter und der Situation, in der sie deswegen steckt, interessant ist, ist ihre kindliche Sichtweise oft frustrierend wechselhaft und naiv. Lolita befindet sich auch auf meinem Lesestapel und wird trotz dieser negativen Erfahrung mit Rosa Chacels ähnlichem Roman trotzdem noch gelesen.

Tassen-1von5(Grafik: Christina Koorman)

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