Nick Hornby – A long way down

Heute mal eine Rezension mit englischem Klappentext und englischen Zitaten.

Titel: A long way down
Autor: Nick Hornby
Seiten: 257
Amazon Englisch Deutsch

Long Way Down

Buchklappentext:

‚Can I explain why I wanted to jump off the top of a tower block?‘

For disgraced TV presenter Martin Sharp the answer’s pretty simple: he has, in his own words, ‚pissed his life away‘. And on New Year’s Eve he’s going to end it all… But not, as it happens, alone. Because first singlemum Maureen, then eighteen-year-old Jess and lastly American rock-god JJ turn up and crash Martin’s private party. They’ve stolen his idea – but brought their own reasons. Yet it’s hard to jump when you’ve got an audience queuing impatiently behind you. A few heated words and some slices of cold pizza later and these four strangers are suddenly allies. But is their unlikely friendship a good enough reason to carry on living?

 

Meine Meinung:

Anders als der Klappentext vielleicht vermuten lässt. beschließen die vier Leute nicht plötzlich aufgrund einer neugeschlossenen Freundschaft ihre nächsten Selbstmordversuche auf den Valentinstag zu verschieben, sondern einfach weil ihr Moment der Entschlossenheit vorbei ist und sie den letzten Schritt – über die Kante – nicht mehr furchtlos gehen können. Jeder der vier Vielleicht-Selbstmörder hat seine ganz persönlichen Gründe für das Silvester-Desaster: Martin, der wegen Sex mit einer Minderjährigen im Knast saß. Jess, deren Schwester seit Jahren verschwunden ist und deren Nervenzustand allgemein instabil ist. Maureen, die einen behinderten Sohn hat den sie alleine großziehen muss. JJ mit der aufgelösten Band die sein großer Durchbruch werden sollte.

Nachdem ihr „Pakt“ bis zum Valentinstag am Leben zu bleiben, in den Zeitungen landet, beginnen die vier Leute sich regelmäßig zu treffen; um noch ein bisschen Geld mit dem Interesse der Medien zu verdienen, aber auch weil die Nähe der anderen die ihre Schwierigkeiten wenigstens einigermaßen nachvollziehen können, angenehm ist. Nick Hornby schafft es leider nicht, dass mir einer der Charaktere besonders ans Herz wächst. Trotzdem sind alle so unterschiedlich und interessant, wie die Gründe die sie auf dieses Hochaus trieben.

Alle kommen im Roman zu Wort, da sie ihre eigenen Kapitel erhalten. Die Chronologie der Geschichte wird vorangetrieben, aber auch die Lücken gefüllt. Jeder kann die Gründe für seinen persönlichen Suizidversuch näher erklären, aber es wird auch die psychologische Entwicklung des Charakters während der beginnden Freundschaft mit den anderen gezeigt. Nick Hornby schafft es jedem der Charaktere eine individuelle Stimme zu geben. So steht der vor Schimpfwörtern strotzende Teil von Jess, dem religiös-naiven Weltblick Maureens komplett gegenüber, klingt aber genauso glaubhaft und echt.

„How do people, like, not curse? How is it possible? There are all these gaps in speech where you just have to a ‚fuck‘. „

Hornbys Charaktere sind keine Genies, keine Überflieger, sondern normale Leute die mit normalen, gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen haben:

;“The trouble with my generation is that we all think we’re fucking geniuses. Making something isn’t good enough for us, and neither is selling something, or teaching something, or even just doing something; we have to be something. It’s our inalienable right, as citizens of the twenty-first century.“

Fazit:

Nick Hornbys Romane über vier suizidgefährderte Londoner ist keine Ode ans Leben und hat kein typisches rosarotes Zuckerwatten Happy End, wie alle seine Bücher.. Weder finden sich die vier Menschen in  perfekten Paaren zusammen, noch schaffen sie es die kaputten Beziehungen mit anderen mehr als ein wenig zu flicken. Hornby gibt uns immer nur einen Hoffnungsschimmer; eine kleine Verbesserung im Leben die man verfolgen und weiter ausbauen muss. In allen seinen Roman zeigt er deutlich, dass die Figuren selbst für ihr Glück (und Unglück) verantwortlich sind.

„We all spend so much time not saying what we want, because we know we can’t have it. And because it sounds ungracious, or ungrateful, or disloyal, or chidlish, or banal. Or because we’re so desperate to pretend that things are OK, really, that confessing to ourselves they’re not looks like a bad move. Go on, say what you want. Maybe not out loud, if it’s going to get you into trouble. […] Whatever it is, say it to yourself. The truth will set you free. Either that or it’ll get you a punch in the nose.“

Tassen-3von5(Grafik von Christina Koormann)
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