Review: Kill your Darlings

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Ein neuer Film über die Beat Generation? Den muss ich sehen, dachte ich mir und schon hatte ich meinen Freund überredet in Daniel Radcliffes neuen Film Kill your Darlings zu gehen. Wie es sich für einen typischen Indie Film gehört, lief er nicht im CineStar. Stattdessen wurde er im Moritzhof im Original gezeigt, dessen Atmosphäre perfekt gepasst hat. Der Stall wurde zum Kino mit altmodischen Kinostühlen umfunktioniert, bei denen jeder Sitz ein Kuschelsitz ist. Nebenan gab es ein fast ausverkauftes Konzert und im Hof stand eine zur Bücherbox umfunktionierte gelbe Telefonbox.  


Zum Film: Es werden die Anfänge der Beat Generation gezeigt, den Ur-Hipstern. Allen Ginsberg, gespielt von Daniel Radcliffe, hat gerade erst begonnen zur Uni zu gehen, wo er erst Lucien Carr und durch diesen William Burroughs und später Jack Kerouac kennenlernt. Mit ihnen wird er das Zentrum des Literaturkreises. Obwohl Lucien Carr der polarisierende Kern der anfänglichen Gruppe ist, stellt sich bald heraus, dass er kein schriftstellerisches Talent besitzt. Die mehr als platonische Beziehung von Lucien und Allen wird noch komplizierter, da Luciens alter Lehrer ihn immer noch von Uni zu Uni verfolgt. Gespielt wird dieser David Kammerer von Michael C. Hall und seine Ermordung durch Lucien Carr zieht alle Mitglieder der Gruppe ins Chaos.

Die Atmosphäre des Films strahlt eine immense Kreativität aus, aber auch den Wahnsinn der oft damit einhergeht. Lucien Carr, gespielt von Dane deHaan, ist charismatisch und faszinierend, aber auch furchteinflößend. Ich habe dich außergewöhnlich gemacht, wirft er Ginsberg an den Kopf und hat damit ein nicht nur ein wenig Recht. Er ist es der die Fähigkeiten der anderen bündelt und sie in Aktion versetzt ohne selbst viel beizusteuern.

Für mich waren die philosophischen Debatten besonders spannend, da ich gerade erst eine Hausarbeit über Jack Kerouacs Unterwegs geschrieben hatte. Viele Themen die ich darin bearbeitet hatte, wurden auch im Film aufgegriffen. Das oftmals der spontane Einfall der genialste ist und dass das Leben ein unendlicher Kreis ist. Ganz im Sinne des buddhistischen Lebensgefühls, dem sich Kerouac und Ginsberg in späteren Jahren zuwenden.


Fazit: Ich fand den Film wahnsinnig gut. Natürlich ist alles was mit dem Mord zusammenhängt, reine Spekulation, da sich Lucien niemals dazu geäußert hat was passiert ist. Trotzdem ist es sehr spannend zu sehen wie sich junge, kreative Leute zusammenfinden und ihre ganz eigene Art der Literatur entwerfen. Neben Dane deHaan mit den eisblauen Augen, der den Zuschauer förmlich in seinen Bann zieht, verblasst Daniel Radcliffe mit seinen braunen Locken und der Hornbrille etwas. Trotzdem liefern er und die anderen Schauspieler eine sehr solide Leistung ab.

IMDB Seite

Trailer

 

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