Review Australische Bücher Teil 1: Alexis Wright – Carpentaria

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Seit ich letzten Sommer in Australien war, steh ich total auf dieses Land. Deswegen ist mir auch aufgefallen, dass wir uns im gesamten Anglistik Bachelor-Studium noch nie mit australischen Autoren beschäftigt haben. Schäm dich Uni Leipzig! Und mir auf Anhieb auch kein australischer Autor eingefallen ist. Hier schäme ich mich. Meine Freundin Alisa, die zusammen mit mir zu Uni geht, war so lieb und hat mir ihre Bücher zu dem Thema ausgeliehen, da sie es in Stuttgart behandelt hat und ich hab sie in den Semesterferien sofort angefangen. Und hier kommt eine kleine Review zu dem ersten Buch, Carpentaria von Alexis Wright.


Das Werk spielt in der heutigen Zeit in der fiktionalen Stadt Carpentaria, die im Norden von Australien ist. Dort leben Weiße und Aborigines mehr oder weniger friedlich nebeneinander. Die Aborigines leben außerhalb der Stadt in Hütten aus Müll, den sie vom naheliegenden Müllplatz sammeln.  Die Hauptpersonen gehören zur Familie von Norm Phantom, dessen Vorfahren schon immer in dieser Gegend gelebt haben. Sein Sohn Will Phantom musste aus der Stadt fliehen, da er die Bergbaugesellschaft sabotiert hat, die sich in der Gegen ansiedelt.

Im Buch werden zahlreiche Probleme gezeigt. Da ich die Aborigines in Australien mit eigenen Augen gesehen hab, kann ich sagen dass sie die Penner des Landes sind. Ihre Behandlung durch die Weißen wird im Buch sehr dramatisch dargestellt. Auch die Machenschaften der Bergbau Gruppe sind wahrscheinlich nicht legal. Ich kann Will Phantoms Position verstehen. Immerhin zerstören sie das Land seiner Vorfahren und niemand interessiert sich dafür. Was wie eine Familiengeschichte beginnt, entwickelt sich nach einer Weile aber zum Thriller, in dem auch Morde und ein Orkan nicht fehlen.

Allerdings fand ich den Schreibstil teilweise sehr schwierig. Immer wieder wechseln die Hauptpersonen zwischen magisch anmutenden Darstellungen der Natur und der normalen Handlung.  Obwohl dies spannend beschrieben ist und einen Einblick in die Beziehung der Ureinwohner Australiens zur Natur gibt, konnte ich ein paar Mal nicht genau sagen, was gerade real und was eingebildet war. Aber vielleicht macht auch gerade dieser Surrealismus den Reiz aus.


Fazit: Ich würde das Buch empfehlen und raten dran zu bleiben, wenn der Schreibstil etwas abschreckt. Nach einer holprigen Anfangsphase wird es zu einem richtig fesselnden Thriller und ich konnte es für die letzten Kapitel nicht mehr aus der Hand legen.

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Ein Gedanke zu “Review Australische Bücher Teil 1: Alexis Wright – Carpentaria

  1. […] Last, but not least, here are the three books I bought in Manchester this weekend. I took Neil Gaiman’s The Ocean at the End of the Lane with me but nearly read it through on the outward trip. So naturally I had to go to a second hand bookstore and buy something else. Because you can never be without something to read, right? We went to Paramount Books in the Northern Quarter and I picked out two novels by Australian authors: The Idea of Perfection by Kate Grenville and Harland’s Half Acre by David Malouf. I had read books by them before in preparation for my master thesis and am excited to dip into this kind of literature again. If your interested to know what books I read so far that are set in Australia, you find my German video here and book review here. […]

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